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In fast jedem Haus gibt es in der Vorweihnachtszeit einen Adventskranz. Früher haben die Menschen jeden Tag eine Kerze angezündet, nicht nur am Sonntag. Der Adventskranz ist aus grünen Tannenzweigen gebunden. Die Menschen wünschen sich in der kalten Zeit lebendige Natur. Deshalb schneiden sie auch Obstzweige, die so genannten Barbarazweige. Wer zum Weihnachtsfest blühende Zweige haben will, muss am 4. Dezember, dem Barbaratag, Zweige vom Kirsch-, Birnen- oder Pflaumenbaum abschneiden und sie in ein Gefäß mit Wasser stellen. Wenn sie blühen, bringen auch sie die weihnachtliche Botschaft: Jesus, Gottes Sohn, kommt zu den Menschen. Kennt ihr eigentlich noch das „Adonisgärtlein“? In dem Gärtlein wachsen an Weihnachten grüne Gräser. Damit das klappt, muss man Anfang Dezember Gerstenkörner in eine Tonschale säen.
Nüsse und Mandeln haben eine harte Schale. Um an den leckeren Kern zu kommen, muss man erst einmal arbeiten. Nüsse sind ein Symbol in der Adventsbäckerei: Gott gibt die Nüsse, aber aufknacken muss man sie selbst. Oder man kann sich zur Jesu Geburt im Stall dies vorstellen: Gottes Geschenk verbirgt sich hinter der einfachen Fassade eines Stalles.
In Süddeutschland bringt an Heilig Abend das Christkind die Geschenke. Kinder freuen sich sehr auf das Christkind, das den Baum schmückt und die Geschenke unter den Baum legt. Wie das Christkind aussieht, weiß niemand. Für die einen ist das Christkind Jesus, die anderen sehen es als einen Engel mit großen Flügeln.
Im Mittelalter waren Gewürze sehr teuer, da sie von weit her mit Pferd und Schiff transportiert werden mussten. Pfeffer war besonders beliebt. Alle anderen Gewürze wurden oft als „Pfeffer“ bezeichnet, wie man auch Kaufleute im Scherz „Pfeffersäcke“ nannte. Man konnte sich Gewürze nur zu Festtagen leisten. Aber in der Weihnachtszeit wurde damit nicht gespart. Da aß man „Pfefferkuchen“.
In Klöstern gab es früher Gärten mit Heilpflanzen und Kräutern. Aus diesen machte man aber keine Tabletten, sondern Gebäck. Zu Weihnachten wurden in den Klöstern „Lebkuchen“ verteilt, mit dem Hinweis, dass zu Weihnachten durch die Geburt Jesu der ganzen Welt „Gesundheit“ geschenkt wird.
Nach dem Tod des Bischofs Nikolaus von Myra wurde bald ein besonderes Gebäck gebacken: die Spekulatien. Der Name kommt von dem lateinischen Bischofstitel der damaligen Zeit: Speculator, das heißt Aufseher. Auf den kleinen Kuchen wird seitdem die Geschichte vom Bischof Nikolaus dargestellt.